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Unser Hund

Der Labrador Retriever

Seit 1999 haben wir einen schwarzen Labrador, Olli heißt er, oder offiziell, Oliver von Gräfenbachtal. Er ist also ein so genannter reinrassiger Hund. Das er den Namen Olli trägt hat nichts mit meiner Sympathie mit dem Bayern-Torwart zu tun, im Gegenteil, ich mag den Mann einfach nicht und auch Oliver Twist, Oliver Hardy oder Oliver Cromwell haben mit unserer Namenswahl nichts zu tun. Er musste einen Namen haben, dessen Anfangsbuchstabe ein "O" war, denn jeder Wurf einer Hündin erhält einen anderen Buchstaben. Olli war also  ein Mitglied eines "O"-Wurfs. und außer Oscar, Obelix und Oliver fiel uns kein weiterer Jungensname ein. Vielleicht habe ich unbewusst an Oliver B. Bommel gedacht, die in Deutschland unbekannte Comicfigur von Marten Toonder.

Olli ist ein Rüde und wurde am 6. August 1999 in Münchwald geboren, im Haus Gräfenbach. Im Haus Gräfenbach wohnt die Familie Marschall, die sich mit der Zucht von Retrievern, Labradors und Beagles beschäftigt. Außer mit der Hundezucht, kümmert sich die Familie auch um die Erziehung von Hunden (Hundeschule) und sie haben einen Hundeshop (wo auch Jagdbekleidung und Landhausmode verkauft werden). und dann natürlich die gemütlichen Wirtschaft, wo sich Hunde und Herrchen gerne treffen. Olli ist, laut meiner Frau, denn eigentlich wollte Sie schon immer einen Hund, der schönste und liebste Hunde der ganzen Welt. Obwohl ich es nicht in solch lyrische Sprüche verkünden würde, halte ich Olli auch für einen sehr braven Hund. Er ist außerordentlich intelligent, denn er versteht sogar zwei Sprachen. "Ga in je mandje" hat für Olli die gleiche Bedeutung wie "Geh in deinen Korb", u.s.w. 

Olli mit erst 12 Wochen                          

 

Er ist verrückt auf Spaziergänge. Morgens früh geht meiner Frau eine halbe Stunde mit ihm aus. Tagsüber ist er meistens im Garten, dann mache ich Mittags noch manchmal einen kürzeren Spaziergang und Abends gehen wir, öfter gemeinsam, noch einmal eine längere Rene. Wir wohnen auf dem Lande, so dass wir meistens die Leine nicht brauchen. Olli hat eine Macke. Er zieht an der Leine wie verrückt. Was wir mit dem Kommando "Fuß" meinen will er immer noch nicht verstehen. Eine gute Lösung ist das Halti, aber das sieht aus wie ein Maulkorb. Auf alle weiteren Kommandos wie Sitz, Platz, Bleib, Kehrt, Voraus, Such, Hier u.s.w. hört er prima, auch wenn wir sagen "Wo ist der Ball", erinnert er sich wo er den zuletzt gesehen hat und apportiert uns den Ball. Als er sich langweilt, dann drückt er seine Nase an meine Knie. Wenn ich dann reagiere und ihn frage "was willst du denn", rennt er los und bringt einen Ball oder etwas anderes, dass ich wegwerfen soll, damit er hinterher rennen kann. Er bringt mir diesen Gegenstand wieder zurück und von diesem Spielchen wird er nie müde. 

Pfötchen geben tut er auch. Er hat gelernt, dass das hilft um ein Leckerli zu bekommen. Tagsüber, wenn wir nicht in den Garten können, und ich am PC arbeite, liegt er an meinen Füßen und schläft, schnarcht und lässt ab und zu einen fahren, dass ich erst einmal alle Fenster öffnen muss. Olli muss ganz selten einmal ein paar Stündchen allein bleiben. Gar nicht so schlimm für einen Hund. Er freut sich aber außerordentlich wenn wir wieder kommen. Dann jault er, springt meterhoch und bringt uns Geschenke in Form von Bällen, halb abgefressenen Knochen oder Turtle, sein Spieltier, das er schon seit seiner Geburt hat. Turtle darf sogar in seinem Korb schlafen. Das heißt, dann wird Turtle mehr als ein Kopfkissen benutzt. Olli ist jedem gegenüber sehr freundlich. Gäste werden immer sehr stürmisch von ihm begrüßt, so freut er sich. Ohne Bedenken können wir mit Olli in ein Café oder ins Restaurant gehen. Er legt sich dann unter den Tisch und schläft oder tut zumindest so als ob. Fremde Leute sind nicht nur wegen dieses Verhalten oft sehr angetan. "Was ist dieser Hund brav und wie schön ist er", hören wir immer wieder.

Übrigens sprechen einen enorm viele Leute an, wenn man mit ihm in der Stadt ist. "Ach, das ist doch ein Labrador. Meine Tochter hat auch so einen. Genauso brav, aber dann in braun." Durch Olli ist unserer Bekanntenkreis richtig gewachsen. Eigentlich kann man noch viel mehr über unseren Olli erzählen und wenn Sie sich überlegen einen Hund anzuschaffen, wir würden sagen, nehmen Sie einen Labrador. Damit Sie etwas allgemeiner unterrichtet werden, folgen einige Zeilen, die meines Erachtens werd sind gelesen zu werden.

Inzwischen ist Olli 11 Jahre alt. Leider hat er fast 3 Jahre Diabetis und muss 2 Mal am Tag mit Insulin gespritzt werden. Auch wegen seines Alters ist er nicht mehr so stürmisch als in seine junge Jahren. Wegen seiner Krankheit sind seine Augen sehr verschlechtert und ab und zu läuft er gegen eines Obstakels, dass er einfach nicht gesehen hat. Aber er ist noch wie immer eine sehr braver Hund, die wir nicht gerne vermissen möchten.

 

Geschichte

Die Geschichte des Labradors beginnt ungefähr Anfang des 19. Jahrhunderts. Damals gab es in Neufundland den »kleinen Neufundländer«, einen kurzhaarigen Hund mit Wasser abstoßender Unterwolle. Die Hunde wurden von den Küstenbewohnern für verschiedene Aufgaben eingesetzt. Sie apportierten aus den Netzen entkommende Fische, brachten Bootsleinen an Land, gingen mit auf die Jagd und wurden auch als Zughunde verwendet. Peter Hawker, ein Engländer, nahm auf seinen Handelsreisen einige dieser Hunde mit nach England. Er nannte sie »St. John's Breed of Newfoundland«. Aus diesen Hunden, sowie dem »Wavy Coat Retriever« (einem früheren Flat Coated Retriever) und vermutlich dem Pointer und dem Foxhound entstand der Labrador.1887 wurde der erste Standard für den Labrador Aufgestellt. Man legte Wert auf einen harten, stabilen und kräftigen, aber leichtführigen Gebrauchshund. Danach richtete sich die Beurteilung von Aussehen und Wesen. Ursprünglich war nur der schwarze Labrador anerkannt, und eventuelle gelbe Welpen wurden meist sofort getötet. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden auch gelbe Labradors anerkannt, die dann rasch sehr beliebt wurden. Später kam dann noch die braune Variante (chocolate) des Labrador Retrievers hinzu.

Eigenschaften

Ursprünglich als reiner Jagdhund gedacht, zeigt er sich heute als sehr vielseitiger Gebrauchshund, der zu verschiedenen Aufgaben und in fast jedem Gelände zum Einsatz kommen kann. Die Polizei schätzt seinen hervorragend ausgeprägten Geruchssinn für die Fahndung nach Rauschgift, und dies nicht nur in den USA und England, auch in Deutschland unternahm man den Versuch, sie für den polizeilichen Dienst auszubilden. Dies geschah mit vollem Erfolg, denn im Bundesland Hessen ist ein schon zweijähriger schwarzer Labradorrüde wegen seiner unbestechlichen Nase der erfolgreichste Trogenfahnder der Polizei geworden. Die Vielseitigkeit seiner Eigenschaften ermöglichen es dem Labrador, auch andere, sehr schwere und edle Aufgaben zu meistern. Durch seine hohe Intelligenz, ein gut entwickeltes Gedächtnis und ein ausgeglichenes Wesen erfüllen die Labrador Retriever auch ihren Dienst als Blindenhunde erfolgreich in vielen Ländern der Welt. 

Für die Jagd nutzt man seine enorme Apportierfreudigkeit sowie Kraft, Ausdauer und Wetterfestigkeit. Seine kurze, aber dichte Unterwolle schützt ihn nicht nur bei schlechter Witterung, sondern auch im Wasser. Diese Beispiele machen deutlich, wie verschiedenartig der Labrador Retriever als Gebrauchshund zu verwenden ist. Es wäre wirklich schade, wenn solche hochwertigen Veranlagungen nicht gefördert würden, da gerade diese Rasse ohne entsprechende Aufgaben zu verkümmern droht. Für seine Familie ist er ein häuslicher, wachsamer und treuer Haushund, der gerade auch für Familien mit Kindern außerordentlich viel Geduld aufbringen kann.

 

Haltung 

Obwohl Retriever als Familienhunde immer beliebter werden, ist zu bedenken, dass es arbeitsfreudige Hunde sind, die mit einem Leben ohne rassegerechte Beschäftigung selten ausgefüllt sind. Man wird das dem Hund allerdings nicht anmerken, da der Retriever ein ruhiger, friedlicher Hausgenosse ist. Aber er blüht förmlich auf, wenn er etwas suchen und apportieren darf oder sonst eine sinnvolle Beschäftigung hat. Es ist kein großer technischer Aufwand, aber viel Zeit, Engagement und Sportlichkeit nötig, um ihm eine solche Beschäftigung zu ermöglichen. Der Retriever ist ein aktiver, intelligenter Hund, der am liebsten den ganzen Tag mit seiner Familie zusammen ist und diese überallhin begleiten möchte. Was natürlich nicht bedeutet, dass er nicht auch mal ein paar Stunden alleine bleibt. Er ist sehr gern in der freien Natur, und zwar bei jedem Wetter und etwa zwei Stehen täglich. Es darf aber auch länger sein! Wasser in jeg1icher Form, auch und besonders Schlammpfützen, wirken auf ihn wie ein Magnet. 

Retrieverwelpen sind süße, kleine Wollknäuel, die allerdings bald zu stattlichen Vierbeinern heranwachsen. Deshalb brauchen sie von Anfang an eine konsequente Erziehung und eine solide Begleithundeausbildung. Dies erfordert sehr viel Konsequenz, Ausdauer und Zeit. Retriever sind zwar im allgemeinen »leichtführig« (lernen leicht und gern und ordnen sich im allgemeinen gut unter), erziehen sich jedoch nicht von selbst! Vor allem lassen sie sich nicht nur durch Milde, Sanftheit und gutes Zureden zu einem angenehmen Hausgenossen erziehen! Auf keinen Fall sollte ein Retriever nur für die Kinder angeschafft werden. Hunde sind kein Spielzeug, und die Arbeit sowie die Verantwortung bleibt den Eltern. Nicht geeignet ist ein Retriever für die Haltung in einer Etagenwohnung ohne Aufzug. Der Hund könnte einmal krank oder verletzt sein, so dass er keine Treppen gehen kann. Wie bringen Sie dann 35 kg Hund in den vierten Stock? Er ist auch nicht geeignet für ein Leben ausschließlich in der Stadt oder im Zwinger. Sollte jemand einen scharfen Wachhund oder einen Hund für die Schutzhundausbildung suchen, ist ein Retriever sicher die falsche Wahl. Labradors sind freundlich zu allen Menschen, und es fehlt ihm die Schärfe. Für ein Dasein als Prestige- oder Dekorationsobjekt ist er ebenfalls gänzlich ungeeignet.

 

Die Kosten

Auch die finanzielle Seite der Hundehaltung sollte bedacht werden. Außer für die Anschaffung fallen nicht unerhebliche Kosten für Futter, Leinen usw., an. Darüber hinaus ist die Hundesteuer zu bezahlen, und auch eine Haftpflichtversicherung darf nicht fehlen. Nicht zu vergessen sind die Tierarztkosten, die mindestens die jährliche Impfung und die Wurmkuren umfassen und wie jetzt bei Olli kommen spezielle Medizinkosten und Diätfutter noch dazu.

Auswahl und Kauf

Informieren Sie sich möglichst bei mehreren Züchtern. Ein guter Züchter wird Sie unverbindlich einladen und Ihnen Auskunft über seine Hunde geben, weiterhin soll er Ihnen beim Kauf beraten über die "Vor- und Nachteile" eines Rüden oder einer Hündin, über Futter, Pflege und Gesundheit. Er wird Ihnen den Namen eines guten Tierarztes und den einer Hundeschule geben. Sie lernen dort auch die Zuchthündin und eventuell auch den Deckrüden kennen, falls dieser im Besitz des Züchters ist. Achten Sie hierbei besonders auf das Wesen und die Gesundheit. Die Hunde sollten ausgesprochen freundlich und interessiert sein und keinerlei Anzeichen von Aggressivität und Ängstlichkeit sowohl Menschen als auch anderen Hunden gegenüber zeigen. Das Aussehen sollte zweitrangig sein. Sehr wichtig ist, dass die Welpen mit  Kontakt zu Menschen und nicht abseits im Zwinger aufwachsen. Wer einen Retriever für die Jagd sucht, sollte besonders darauf achten, dass mindestens Eltern und Großeltern jagdlich geführt wurden. Die Welpenpreise sind sehr unterschiedlich und liegen derzeit bei etwa 750,00 bis 1.200,00 Euro. Der Preis ist jedoch kein Maßstab für die Qualität der Hunde.

 

Oliver von Gräfenbachtal , oder unser Olli.