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Was ich unter Kunst verstehe, wie ich sie erlebe und meine
Verhältnis zur abstrakten Malerei.
Ich habe immer
gedacht, dass Malerei etwas zu tun hat mit Schönheit und dass man um malen zu
können ein gewisses Talent besitzen muss und dieses Talent mittels Lernen und
jahrelangen Übens weiter entwickeln muss. Alte Meister, wie Rembrandt, Frans
Hals, Rubens, Jan Brueghel, aber auch, um nicht nur Holländische und Flämische
Meister zu nennen, Tizian, Caravaggio, Velasquez u.s.w., habe ich schon als Kind
bewundert und tue das immer noch.
Als
ich die Museen Mauritshuis in Den
Haag, das
Rijksmuseum in Amsterdam oder das
Frans Hals Museum in Haarlem
besuchte, war ich begeistert von den Werken dieser Meister. Ich betrachtete gern
von nahem die Pinselstriche, mit denen die kleinsten Details abgebildet wurden.
Ich bewunderte die Farbauswahl, die Licht- und Schatteneffekte. Das Clair-obscur
von Tizian und Rembrandt, das einem Gemälde eine besonders
geheimnisvolle Stimmung verleiht, war für mich sensationell. Ich zeichnete
damals sehr viel und war wohl durchaus talentiert, sonst hätte ich in der
Grundschule und später in der Hochschule nie solche guten Noten gehabt und sonst
hätte mein Zeichenlehrer mir sicher nicht empfohlen einen Sonderkursus zu
besuchen.
Obwohl ich dabei viel
über die unterschiedlichsten Techniken, über Anatomie und Perspektive gelernt
habe, war mir klar, dass ich das Niveau der genannten Künstler nie erreichen
könnte.
Im Fotoalbum finden Sie einige
meiner Bilder.
Im Anfang gefielen
mir meine Zeichnungen und Bilder meist gar nicht und landeten, trotz
stundenlanger Arbeit, öfter im Papierkorb. Ich war und bin auf dem Gebiet von
Zeichnen und Malen sehr selbstkritisch. Ich habe die Anforderungen an meine
eigene Malerei immer sehr hoch gestellt. Obwohl ich wusste, dass es nicht
unbedingt sinnvoll war, war meistens das Bild eines berühmten oder bekannten
Malers mein Vorbild, wobei ich versuchte das gleiche Ergebnis zu erreichen. Erst
wenn ich das schaffe, wenn ich meine Technik hundertprozentig im Griff habe, so
dachte ich, werde ich mir selbst Themen aussuchen, Portraits, Stillleben,
Landschaften, Tiere im Wald u.s.w. Abstrakt zu malen kam bei mir nicht in Frage.
Ich habe noch immer diese Einstellung und sehe die Bilder, die ich auch heute
noch male nur als Übungsstücke. Ein schöner Zeitvertreib und gleichzeitig
eine Möglichkeit schwierige Techniken einigermaßen in den Griff zu bekommen. Ich
werde wahrscheinlich niemals ganz zufrieden mit meiner eigenen Malerei sein.
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Auch
die Werke der französischen Impressionisten, Manet, Monet, Rénoir,
Toulouse-Lautrec gefallen mir gut. Zwar liegt meines Erachtens der
Akzent nicht so sehr auf Details, aber die Farbenpracht und die
Komposition der Bilder ist wunderschön. Nach dem Impressionismus kam
der Neo-Impressionismus. Bekannte Namen sind Seurat und Signac. Sie
waren die Erfinder des Pointilismus, ein Bild zusammengestellt aus
Millionen feinster, leuchtender Farbpünktchen. Ein Beispiel ist "La
Grande Jatte". Es ist ein farbenfröhliches Bild und man sollte Respekt
vor der verwendeten Technik haben, die wesentlich zeitintensiver war,
als die klassische "Pinselstrich"- Methode. Für mich aber ist das Bild
nur wenig realistisch, die Figuren starren ausdruckslos vor sich hin.
Die Darstellung der Materie ist in meiner Sichtweise primitiv.
Ich weiß schon, was die Reaktion von Vielen sein wird. "Das ist doch
alles unwichtig, es geht um den Gesamteindruck, um die Gefühle, die
man beim Betrachten des Bildes erlebt." "Wenn man ein natürliches Bild
will, sollte man ein Foto nehmen", dies ist eine Floskel, die man
immer wieder hört. |
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Drei andere bekannte Namen führen uns weiter in die Kunstgeschichte des
vorletzten Jahrhunderts. Gaugain, Cézanne, Vincent von Gogh. Noch immer sind die
Bilder naturalistisch. Die Abbildungen rufen keine Fragezeichen auf. Farbe
überwiegt. Ich habe im
Kröller Möller Museum verschiedene Bilder von von Gogh betrachtet. Sie sind
erstaunlich kräftig in der Farbe und haben einen einmaligen Pinselstrich. Auch
rundum von Gogh ist sehr viel blah-blah zu lesen. "Aus der erhabenen
Verzweiflung, der großen Lebensangst, wird ein Stoff für Bilder gewonnen, den
die Seele offenbart und erhebt." Es kann so sein, aber ich brauche keine
Erklärung, um diese Bilder einfach schön zu finden.
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Um
Details scheinen die Künstler sich immer weniger zu kümmern. Sieht man das
Stillleben mit Vorhang von Paul Cézanne, dann rufen insbesondere die
kontrastierenden, gut gewählten Farben, Bewunderung hervor. Persönlich bin ich
aber mehr begeistert von dem Stillleben des weniger bekannten Malers W. Kalf.
Man spürt die Wärme des Persischen Teppichs und das Weinglas scheint wirklich
aus Glas zu sein. Das Bild ist drei-dimensional, alles ist greifbar. Nur wer so
etwas schafft ist für mich ein Künstler.
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Es
gibt da weitere berühmte Namen, z.B. die Mitglieder der "Blauen
Reiter", Kandinsky, Macke, Paul Klee und Franz Marc. Es tut mir leid,
aber die Bilder von Kandinky verstehe ich wirklich nicht. Wenn ich
mich darüber kritisch äußere, dann schaut man verwundert, oder besser
vorwurfsvoll und ich höre die Leute denken "Was bildet der sich ein,
wie wagt er es." Ich war soweit, dass ich dachte, ich hätte
irgend etwas übersehen oder meine Einstellung sei altmodisch, so
kaufte ich mir das Buch "Moderne Kunst sehen und verstehen", in der
Hoffnung es würde mir Klarheit verschaffen. Komischerweise gibt es
kein Buch "die Kunst der alten Meister sehen und verstehen". Schon
diese Tatsache erklärt m.E. viel. Ich las dann über die Werke von
Kandinsky folgendes: "In 1910 radikalisierte Kandinsky sein Verhältnis
zur Realität: er verzichtete auf das Nachbilden der Natur und nahm so
viel wie möglich Bezug auf die Dinge außerhalb des Bilderrahmens. Diese
Entdeckung des - von eine innerlichen Glut gesättigten Bildes -
vollzog sich übrigens allmählich. Eines seiner Bilder zeigt
Linien-Knäule und Farbspuren wie ein Insektenschwarm. Aber man erkennt
Suggestionen von Berglandschaften, Tälern und Gestirnen." Ich habe das
Bild einmal in München betrachtet und empfand es tatsächlich als ein
Linien-Knäuel gemischt mit Farbspuren, aber wirklich auch nicht mehr.
Dies kann natürlich mit meiner negativen Einstellung zu tun haben. Die
gleiche Erfahrung machte ich beim Betrachten der Bilder von Miro,
Kupka, Sam Francis, Léger, Miotte und vieler anderer Maler. Auch viele
Werke von Picasso verstehe ich nicht. Bildertitel, wie "Übermacht des
Gefühls", "Pulsierendes Leben", bringen m.E. den Betrachter nicht viel
weiter. Auch die Beschreibungen der Werke in Ausstellungskatalogen
bringen keine Klarheit, denn was heißt:" Kennzeichnend sind organisch
geformte Farbflecken, die zusammen mit dünnen Farbrinnsalen meditative
Klänge erzeugen." Beim Betrachten entgingen mir leider die Klänge.
Wohl sah ich die Farbflecken, aber dann nicht organisch geformt. Ich
habe versucht zu meditieren, aber weiter als "die versuchen dich zu
verarschen", kam ich nicht. Dies laut zu sagen bringt Risiken mit
sich. Viel einfacher ist es in der Herde der Gutgläubigen mit zu
gehen. |
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I
ch
muss mit meinen eigenen Augen sehen, was ein Bild vorstellt. Das kann mir dann
gut oder weniger gut gefallen. Aber Bilder, in denen ich nichts, keine
Gegenstände oder Figuren, entdecken kann, sagen mir nichts. Ich bin davon
überzeugt, dass nur die Augen im Stande sind zu beurteilen, ob ein Bild schön
oder nicht schön ist. Sofort man seine Fantasie einschalten muss, ist man auf
dem falschen Weg. und ich bin nicht bereit mit blah-blah-Erklärungen mich
überzeugen zu lassen, dass "moderne Kunst im Zeichen eines Aufstandes steht,
gegen die traditionelle Ästhetik und die Konzentration auf Visionen mit einem
obsessiven Karakter." 
Anders ist es mit Franz Marc. "Zwei Katzen" sind zwei Katzen, obwohl die eine
blau und die andere gelb ist. "Das blaue Pferd" ist trotz seiner unnatürlichen
Farbe ein Pferd. Ich frage mich nur, wenn die Katzen und das Pferd in
natürlichen Farben abgebildet worden wären, wären dann die Bilder weniger schön
gewesen? Leider ist auch Marc später auf die surrealistische Tour gegangen. Er
wurde wahrscheinlich inspiriert von seinen erfolgreichen Kollegen des blauen
Reiters.
Ich möchte trotz
meiner Kritik auf die angesprochenen Bilder doch noch eine positive Bemerkung
machen. In modernes Interieur oder Bürogebäude, mit meistens weiß verputzten,
langweiligen Wänden, bringen moderne Bilder etwas Lebendiges. Wenn dies der
Maßstab ist, diesen Wandschmuck als Kunst zu bezeichnen, dann ist es meinetwegen
Kunst. Wenn aber ein derartiges Bild sehr viel Geld gekostet hat und es deswegen
ausgestellt wird, dann ist dies ein falscher Maßstab.
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Wie
es dazu kam, dass Maler immer wieder neue Wege suchten und zahlreiche
Stilrichtungen, wie Abstrakt-expressionismus, informelle Kunst, Op-Art,
Surrealismus, Kubismus, Futurismus u.s.w. entstanden, mit immer neue
Gruppierungen, wie Wiener Schule, Zero, Neauveau Realismus, der Cobra Gruppe
u.s.w., ist mir unklar. Experten versuchen uns dies immer wieder zu erklären mit
für mich (en ich stehe hier sicher für viele) unverständlichen Äußerungen, wie:
" Sie versuchten den Weg zu gehen zu einer bildenden Synthese von extremer
Emotionalität und intensivierter Benutzung der Materie." oder "Diese Künstler
inkarnierten die neue Funktion der Kunst in einer Zeit von wachsendem Unfrieden
mit traditionellen Werten.", oder wie ein Maler es selbst schrieb "Ich versuche
Bilder zu malen, die Äquivalenten sind von diesen Welten. Es interessiert mich
nicht ob Landschaften aussehen wie ein Badetuch oder ein Bett. Im Gegenteil:
wenn dies so ist, dann nähre ich desto mehr den Schwindel, den ich erfahre, wenn
ich mir der Zweideutigkeit des Bildes bewusst werde." Es tut mir leid, aber ich
verstehe nicht nur die Bilder nicht, sondern genau so wenig die bestimmt gut
gemeinten Erklärungen. Ich bin geneigt meinen früheren eigenen Erfahrungen zu
glauben, die ich machte, als es mir nicht gelang die Höhe der echten Künstler zu
erreichen. Meine Bilder landeten im Papierkorb. Die der so genannten Modernisten
landeten sogar in Museen. Ohne Hilfe der so genannten Kenner und Gewinnsuchenden
Galleristen, wäre es nie so weit gekommen. Es kann nicht nur die Frustration der
Maler gewesen sein Ausreden zu suchen für fehlendes Talent. Es tut mir weh, dass
eine Mischung von Farbklötzen als "Erde und Himmel" oder als "Ländliches Fest"
bezeichnet werden. Der Niederländische Maler Karel Appel, war ehrlich, als er
von seinen Bilder sagte "ik rotzooi maar wat aan.."(ich schmiere mal so
was dahin). Karel Appel konnte sich diese Aussage leisten. Er war schon berühmt
(gemacht worden) und verdiente mit seinen "aanrotzooien" ein Schweinegeld. und
trotz seines eigenen Bekenntnisses schreibt die Zeitschrift "Beaux Arts" über
Appel "Sein vielgestaltiges Talent macht ihn zum unbestrittenen Star des
europäischen Neo-Expressionismus." Offensichtlich will der Mensch betrogen
werden.
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ch besuchte
letztes Jahr eine Ausstellung Moderner Kunst in Frankfurt am
Main. Nicht nur Galleristen, sondern auch die "Künstler" waren dort
anwesend. Einer hatte drei gleichgroße Bilder gemalt. Jedes Bild war
Aufgeteilt in zwei Hälften mit kontrastierenden Farben. Ein Besucher
zeigte Interesse. Der Maler erklärte, dass das mittlere Bild auch
rechts oder links außen Aufgehängt werden könnte. Als ich provozierend
die Bemerkung machte, dass man die Bilder sogar umgedreht aufhängen
könnte, guckte er mich verständnislos an. Ich sah schließlich meinen
Fehler ein. Denn seine Unterschrift stand, wie meistens, rechts unter
am Bild. und eine auf den Kopf gestellte Unterschrift ging auch ihm zu
weit.
Echt
verärgert wurde ich aber, als ich an einer Wand über mehrere Meter
Länge und in vier Reihen, Bilder von etwa 15 x 20 cm sah, alle in
unterschiedlichen Farben, unter denen der Titel "Rembrandt 2002"
stand. Als ich dem Maler sagte, dass ich dies als eine Beleidigung an
Rembrandt auf fasste, erklärte er mir lächelnd, dass es Fragmente aus
Bildern von Rembrandt seien. Es waren aber keine bekannten Details aus
den Werken des Meisters, sondern unterschiedliche Bilder in je einer
Farbe ohne bestimmte Strukturen, also nahm ich an, Fragmente der
Hutfarbe des Professor Tulps, oder der Hose des Kapitäns Banninck Cocq,
oder aus dem Kleid von Saskia oder ein Teil des Hintergrundes eines
Rembrandt Selbstporträts. Für mich die reinste Unverschämtheit und ein
klarer Versuch Leute zu verarschen. Ein Gallerist präsentierte 2 große
Bilder nur in weiß, abgesehen von ein paar schmutzigen schwarzen
Flecken, die gut während des Transports entstanden sein konnten,
konnte ich auf dem Bild nichts entdecken, als Hinweis auf "extreme
Emotionalität", wie ein "Kenner" mir bestimmt versucht hätte zu
erklären. Kurzum die meisten der ausgestellten Bilder waren für mich
einfach bewusste oder unbewusste Verarschung des Publikums.
Glücklicherweise gab es auch einige Bilder, die von talentierten und
ehrlichen Malern waren. Technisch gut, mal sparsam in der Farbe dann
wieder sehr farbenfroh, wie z.B. bei dem Amerikaner Tom Christopher,
der "Streets in New York" als Thema hatte. Auch ich spürte die Hektik
dieser Stadt während der Rushhour. |
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I
ch
möchte eine kurze Geschichte erzählen, die meine Meinung über
unverständliche Formen und/oder primitive Darstellung von moderner
Kunst bestätigt. Ich begegnete vor einigen Jahren einem Italienischen
Maler, dessen Namen in Kunstkreisen weltweit Bekanntheit genießt. Für
seine Bilder wurden damals schon Summen bis € 30.000,00 bezahlt. Ich
durfte sein Atelier besichtigen, in dem zahlreiche Bilder sorgfältig
in einer Ecke gelagert waren. Ich werde den Namen des Malers nicht
nennen, der interessierte Leser wird diesen aber leicht ausfindig
machen. Seine Bilder hatten alle das Thema "die Familie". Vielleicht
habe ich als 4- oder 5-jähriger Junge auch so gemalt. Kopf und Körper
der Figuren waren Kartoffeln. In den Gesichtern steckten Augen, die
aussahen wie Stücke von Holzkohle und der Mund war immer ein kleinerer
oder größerer roter Fleck. Es gab Bilder mit 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, oder
mehr Figuren. Es gibt ja auch kleine und große Familien. Der Maler
erzählte mir, dass er damals aus Spaß derartige kleine Bilder gemalt
hätte, die er an seine Bekannten verschenkte. Eines Tages begegnete
ihm ein Gallerist, der wohl etwas in den Bildern des Italieners sah.
Sie waren sehr farbenfroh, und hatten weder etwas zu tun mit
naturalistischer Darstellung oder Konstruktivismus oder einem
derartigen modernen Stil. Vielleicht sah er eine moderne neue
Richtung. Auf jeden Fall bediente sich der Maler einer nicht
alltäglichen Technik. Die Bildfläche wurde mit Teer und dann mit Sand
bedeckt. In diese Oberfläche wurden die Farben teilweise geritzt. Der
Gallerist organisierte eine Ausstellung, ich glaube in Hamburg. Die
Bilder wurden vom Publikum akzeptiert und viel wichtiger auch gekauft.
Es folgten Ausstellungen in Amsterdam, London, Paris und New York. Der
Namen des Künstlers wurde bekannt, und dies bedeutete, dass die Preise
für seine Werke stiegen. Erst 500 Euro, und später bis zu den
genannten 30.000 Euro und heute vielleicht schon viel mehr. Der Maler,
oder muss ich sagen der Gallerist hatte Erfolg. Es war dem Maler nicht
gestattet seine Werke selbst zu verkaufen. Er erhielt von dem
Verkaufspreis einen bestimmten Prozentsatz, mit dem er anscheinend
zufrieden war. Als ich ihn direkt fragte, was seinen Erfolg ausmachte,
die Qualität und Schönheit der Bilder oder die Bekanntheit seines
Namens, gab er zu, dass das letztere wohl den Fall wäre. Jeder der
meine Bilder kauft macht eine gute Investition, denn sie werden immer
teuerer. Gut zu wissen! Für mich ist der Gallerist, und nicht nur
dieser, ein guter Geschäftsmann und der Maler ein netter Mensch, der
ein gutes Einkommen genießt, aber in sich selbst eigentlich gar keinen
Künstler sieht. |
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Natürlich
steht es jeder man frei zu malen was er will. Der eine kann stundenlang
akribisch mit feinem Pinsel an irgend einem Detail rum fummeln, der andere
schmiert großzügig die Farben, mit seinen Händen, einem Schwamm oder einer
Bürste, aus der Tube oder der Dose auf die Leinwand. Leider ist es heutzutage
so, dass letzterer als der echte Künstler gesehen wird. Es dürfte aber nicht so
sein, dass untalentierte Leute, die nicht im Stande sind einen Hund zu zeichnen,
der nicht einmal einem Karnickel ähnlich sieht, ihre mit Farbe verschmierten
Leinwände als Kunst anbieten und verkaufen können und begabte Zeichner und Maler
nicht als Künstler akzeptiert werden, sondern nur als "gute Illustratoren" in
die Ecke gestellt werden. Ich denke z.B. an Anton Pieck (1895- 1987). Er wurde
bekannt (leider nicht weit über die Niederländische
Grenze
hinaus) wegen seine Buchillustrationen, Kalenderblätter, Neujahrgrußkarten, und
seiner Entwürfe für den Freizeitpark "De Efteling".
Ich denke auch an
Rien Poortvliet (1932 - 1995). Er wurde der populärste Maler der
Niederlande genannt. Er selbst war nicht an der Frage interessiert ob er selbst
ein Künstler sei oder nicht. Er betrachtete sich selbst viel mehr als
Illustrator und Handwerker. Die Anerkennung, die er während seines Lebens vom
großen Publikum erhielt wurde nicht geteilt von den Kunstkritikern. Sie sahen
seine Werke als Beleidigung des guten Geschmackes. Poortvliet reagierte auf
seine eigene mürrische Weise auf die Reaktionen des zartfühlendes kunstliebenden
Publikums. Die Akzeptanz seiner Werke in diesen Kreisen war nie sehr groß.
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Diesen
Sommer, während eines Kurzurlaubs an der Ostsee, haben wir die Werke des
Ostfriesischen Malers Heinz Sauermann kennen gelernt. Uns gefielen die typischen
Wattenlandschaften wegen der wechselnden Farben und Wolkenbildungen am Himmel.
Die eingefangene Stimmung dieser Bilder war für uns Anlass ein paar seiner Werke
(für relativ wenig Geld) zu erwerben. Leider ist der Maler außerhalb seines
Geburtsortes noch nicht sehr bekannt. Nur in einem kleinen Kreis wird er als
Künstler gesehen, was er für mich auch wirklich ist.
Ich verstehe nicht, dass die Ehrlichkeit und die Wärme, die
die Werke dieser Maler ( und es gibt zum Glück noch viele davon) ausstrahlen,
gemessen werden an den nichts sagenden, geschmacklosen, provokativen und
schlechten Bildern der von mir oben vorgestellten Modernisten. Haben Sie eine
andere Meinung? Lassen Sie es mich wissen, aber bitte in verständlichen Worten,
denn wie schon gesagt, mit blah-blah komme ich nicht weiter.
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